Fördermittel für Windkraft. Diese gibt es!

Förderung / Fördermittel Windenergie

Die Förderung der Windenergie schreibt in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz fest. Dieses gibt es seit dem Jahr 2000, es folgte dem Stromeinspeisungsgesetz von 1991. Seither wurde das EEG immer wieder in mehrjährigen Abständen fortgeschrieben.

Primäre Vergütung der Windenergie seit 2021

Nach der jüngsten Fassung des EEG aus dem Jahr 2021 (Stand der Betrachtung: Herbst 2022) ist die primäre Vergütungsform für Windenergie die „geförderte Direktvermarktung“. Demnach erhalten Anlagenbetreiber von Windenergieanlagen den Marktpreis für ihren Strom und zusätzlich unter bestimmten Voraussetzungen eine Marktprämie, welche die EEG-Förderung inkludiert. Diese wird kalendermonatlich nach der Anlage 1 des EEG 2021 bestimmt. Wenn Anlagenbetreiber direkt auf die Einspeisevergütung nach dem EEG setzen, stellen sie dem Übertragungsnetzbetreiber ihren Strom zur Verfügung und erhalten unabhängig vom Strompreis an der Börse die gesetzliche Einspeisevergütung. Diese fällt je nach Standort unterschiedlich aus und besteht aus einer Anfangs- und einer Grundvergütung.

Für die Laufzeit der höheren Anfangsvergütung spielen bestimmte Faktoren eine Rolle, so der Standort der Anlage und auch das Stauchungsmodell, das die Zeit der Anfangsvergütung verkürzt, aber gleichzeitig ihren Wert erhöht. Die EEG-Förderung gilt grundsätzlich für 20 Jahre, in denen die Anfangsvergütung je nach Modell und Standort der Anlage zwischen rund sieben bis 16 Jahre lang gezahlt wird.

Fördermittel für Windkraft
Fördermittel für Windkraft

EEG-Förderung für Onshore-Windkraftanlagen

Die Vergütungsstruktur für Windkraftanlagen auf dem Festland wurde mit dem EEG 2014 (§ 49) ertragsabhängig gestaltet, womit der Standort entscheidend ist. Grundsätzlich erhält der Anlagenbetreiber für fünf Jahre eine höhere Anfangsvergütung. Während dieser Phase ermittelt er den Stromertrag, der in Relation zum theoretischen Ertrag einer Referenzanlage gesetzt wird. Daraus errechnet die Bundesnetzagentur, wie lange die Phase der Anfangsvergütung zusätzlich dauert. Ein höherer Ertrag verkürzt sie, ein niedrigerer verlängert sie. Die Erfahrungen der letzten Jahre seit etwa 2016 zeigen, dass küstennahe Standorte mit viel Wind und Ertrag insgesamt reichlich sieben Jahre lang die Anfangsvergütung erhalten, während es bei windschwachen Standorten bis zu 16 Jahre werden können. Die Grundvergütung lag Ende 2021 bei ct/kWh, die Anfangsvergütung bei 7,79 ct/kWh. Diese Sätze unterliegen einer stetigen Degression, sie sinken also weiter. Es gilt stets das Jahr der Inbetriebnahme.

Die zu diesem Zeitpunkt festgesetzten Vergütungssätze erhält der Betreiber garantiert über 20 Jahre. Wer bis Ende 2021 eine Onshore-Windkraftanlage in Betrieb nahm, kann nach dem hier beschriebenen Modell mit einer durchschnittlichen Gesamtvergütung von ~8 ct/kWh rechnen, doch exakt hängt diese wie beschrieben vom Standort ab. Der Gesetzgeber passt die Vergütungssätze immer wieder neu an und berücksichtigt dabei auch den Zubau an neuen Anlagen. Daher ist nicht seriös zu prognostizieren, wie die Förderung der Windenergie beispielsweise im Jahr 2025 aussehen könnte. Hier ein Beispiel für die Degression der Vergütungssätze zwischen 2015 und 2021:

  • 2015: Anfangsvergütung 8,53 ct/kW | Grundvergütung 4,65 ct/kWh
  • 2016: Anfangsvergütung 8,41 ct/kW | Grundvergütung 4,58 ct/kWh
  • 2017: Anfangsvergütung 8,28 ct/kW | Grundvergütung 4,52 ct/kWh
  • 2018: Anfangsvergütung 8,16 ct/kW | Grundvergütung 4,45 ct/kWh
  • 2019: Anfangsvergütung 8,03 ct/kW | Grundvergütung 4,38 ct/kWh
  • 2020: Anfangsvergütung 7,91 ct/kW | Grundvergütung 4,32 ct/kWh
  • 2021: Anfangsvergütung 7,79 ct/kW | Grundvergütung 4,25 ct/kWh

Für Kleinwindanlagen bis 50 kWh herrschen andere Vergütungssätze (etwa auf dem Niveau der Anfangsvergütung). Jedoch lohnt sich für die Betreiber die Einspeisung ins öffentliche Netz meistens nicht. Es wäre hierfür ein gesonderter Stromzähler erforderlich, der seinerseits Geld kostet. Die KfW fördert aber Kleinwindanlagen mit einem zinsgünstigen Kredit. Das KfW-Programm 270 (Standardförderung für erneuerbare Energien) gewährt im Herbst 2022 Zinsen zu 3,49 % (effektiver Jahreszins). Es gibt auch sehr wenige regionale und kommunale Förderprogramme für Windenergieanlagen. Zusätzlich gibt es für alle Onshore-Windkraftanlagen noch einen Repoweringbonus, wenn die Anlage eine vorherige Anlage ersetzt.

Förderung Windkraft
Förderung Windkraft

Förderung & Fördermittel der Offshore-Windkraft

Seit dem EEG 2014 muss der Strom aus Neuanlagen verpflichtend direkt vermarktet werden (sogenanntes Marktprämienmodell, siehe oben). Die Vermarktungskosten fließen in die EEG-Vergütung ein. Für Offshore-Windparks können sich die Betreiber zwischen zwei Vergütungsmodellen entscheiden. Beim Basismodell erhalten sie mindestens 12 Jahre lang die Anfangsvergütung, dann die Grundvergütung, beim Stauchungsmodell erhalten sie eine höhere Anfangsvergütung für acht Jahre. Folgende Vergütungssätze wurden zwischen 2015 und 2020 gewährt:

  • 2015 bis 2017: Anfangsvergütung 15,4 ct/kW | Grundvergütung 3,9 ct/kWh | Stauchungsmodell: 19,4 ct/kWh
  • 2018 und 2019: Anfangsvergütung 14,9 ct/kW | Grundvergütung 3,9 ct/kWh | Stauchungsmodell: 18,4 ct/kWh
  • 2020: Anfangsvergütung 13,9 ct/kW | Grundvergütung 3,9 ct/kWh | kein Stauchungsmodell

Für die Jahre 2021 und 2022 liegen durchschnittliche Vergütungssätze (Durchschnitt aus Grund- und Anfangsvergütung) vor:

  • 2021: 18,5 ct/kWh
  • 2022: 18,2 ct/kWh

Diese hohen Werte hängen offenkundig damit zusammen, dass sich die Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen zunehmend für das Stauchungsmodell entschieden haben. Zwar können sie unter bestimmten Umständen mit einer langfristigen Anfangsvergütung rechnen. Die Verlängerung der Anfangsvergütung von Offshore-Windkraftanlagen hängt von der Wassertiefe und der Entfernung des Windkraftanlage bzw. des Windparks zur Küstenlinie ab. Die Bedingungen sind aber technisch schwierig. Wirklich lange wird die Anfangsvergütung für Offshore-Windkraftanlagen nur gewährt, wenn diese relativ weit draußen auf dem Meer und in relativ tiefem Wasser errichtet werden, was technisch aufwendig und sehr teuer ist. Gleichzeitig wurde die Degression der EEG-Förderung seit 2018 forciert, sodass die Betreiber wahrscheinlich lieber per Stauchungsmodell schneller höhere Förderungen in Anspruch nehmen.