Vor- und Nachteile von Windenergie

Vorteile & Nachteile von Windenergie

Die Windenergie ist eine wichtige Alternative zu den fossilen Energien und zur Atomenergie. Sie wird durch Windkraftanlagen erzeugt, die wir in der Alltagssprache Windräder nennen. Diese können einzeln aufgestellt werden, inzwischen plant und errichtet man aber immer häufiger Windparks, zu denen mindestens drei Windräder gehören. Sie sind offshore vor den Küsten und an Land häufig auf Anhöhen zu finden. Optimal sind Standorte, an denen regelmäßig starker Wind weht. Windkraftanlagen übertragen die Windenergie in Rotationsenergie, aus der mithilfe eines Generators elektrischer Strom entsteht, der ins Stromnetz eingespeist wird.

Windenergie als erneuerbare Energie

Windenergie zählen wir zu den sogenannten erneuerbaren Energien. Als Ressource steht Wind genauso wie die Sonne oder die Bewegung des Wassers aus menschlicher Sicht unendlich zur Verfügung. Rein physikalisch stimmt das zwar nicht, denn die Windenergie basiert wie viele energetische Vorgänge auf der Erde auf Temperaturdifferenzen und somit auf der Kernfusion in der Sonne, die in einigen Milliarden Jahren einmal enden wird. Doch für die praktische Betrachtung unserer Zivilisation ist das unerheblich. In der planbaren Zeit der Menschheit können wir die Ressource Wind nicht verbrauchen. Daher ist Strom aus Windenergie eine nachhaltige Variante der Energieerzeugung, die gleichzeitig die Umwelt im Gegensatz zu fossilen Energieträgern nur sehr wenig belastet. Dennoch hat sie nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Wegen Letzterer ist sie nicht unumstritten.

Vorteile der Windenergie

  • Nachhaltigkeit: Damit ist wie schon vorn beschrieben der Fakt gemeint, dass die Ressource Wind nicht verbraucht wird. Fossile Ressourcen hingegen stehen nur begrenzt zur Verfügung. Beim Öl und Gas geht man sogar von einer Erschöpfung der Vorräte in weniger als 100 Jahren aus, bei der Kohle sind es noch einige 100 Jahre. Das sind – gemessen an der Entwicklung neuer Technologien für die Energieerzeugung – sehr kurze Zeiträume. Mit der Windenergie hingegen können wir rechnen, so lange die Menschheit diesen Planeten besiedelt.
  • Emissionsfreiheit bzw. -armut: Wind ist eine saubere Energiequelle, die unmittelbar (durch die Bewegung des Windrades) überhaupt keine Schadstoffe emittiert und lediglich bei der Produktion der Windräder gewisse Emissionen verursacht. Der diesbezügliche Unterschied zu den fossilen Energiequellen ist gigantisch, denn diese sind bekanntlich Klimakiller.
  • Verfügbarkeit: Am richtigen Standort gibt es immer Wind, der zudem nichts kostet. Wichtig zu wissen: Auch wenig Wind (ab Windstärke 2) kann schon ein Windrad antreiben. Absolute Windstille ist hingegen ein sehr seltenes Phänomen.
  • Ökonomie: Mit Windenergie können auch rohstoffärmere Länder unproblematisch ihre Energieversorgung sichern. Dazu zählt beispielsweise Deutschland. Wir verfügen zwar auch über einige fossile Rohstoffe, doch diese lassen sich nur sehr mühsam und teuer fördern, zudem würden sie nicht sehr lange reichen. Daher importieren wir sie größtenteils, solange wir sie noch brauchen. Das ist auch teuer, doch noch schlimmer ist, dass es uns in Abhängigkeiten wie die von russischem Gas versetzt, die wir im Krisenfall schmerzlich bereuen. Genau wissen wir das seit dem Jahr 2022, in welchem Russland die Ukraine überfallen und anschließend seine Rohstofflieferungen nach Westeuropa deutlich reduziert hat bzw. sie durch westliche Embargos reduzieren musste. Daher verschaffen Windkraftanlagen rohstoffarmen Ländern einen beträchtlichen wirtschaftlichen Vorteil. Sie lassen sich durch den technischen Fortschritt auch immer günstiger produzieren und betreiben.
  • Schaffung von Arbeitsplätzen: In der Kohleindustrie und den damit verbundenen Kraftwerken werden Arbeitsplätze abgebaut, doch die Errichtung von Windparks und ihr Betrieb schaffen Arbeitsplätze. Auch in der Peripherie rund um einen Windpark entstehen diese. Nicht nur die Produktion und Wartung der Windräder, ihre Aufstellung und die Steuerung der Energietechnik erfordern viel menschliche Arbeit, sondern beispielsweise auch die damit verbundene Forschung, die Umweltrecherchen im Vorfeld, die Arbeit von Biologen und die gesetzgeberischen, juristischen und verwaltungstechnischen Vorgänge rund um einen Windpark.
  • Förderung regionaler Standorte: Eine Windkraftanlage bringt der Gemeinde, auf deren Grund sie steht, Gewerbesteuerzahlungen und häufig auch Pachteinnahmen. Viele Gemeinden setzen inzwischen auf dieses Modell und lassen Windparks mit einer Bürgerbeteiligung errichten. Wer als Anwohner in den Windparkfonds einzahlt, erhält eine Gewinnbeteiligung, die sich mit einer Rendite von ~6 – 9 % p. a. durchaus sehen lassen kann. Auch regionale Handwerksbetriebe, welche die Wartung übernehmen, profitieren und zahlen ihrerseits Steuern. Oft siedeln sie sich auch neu mit der Errichtung eines Windparks an.
  • Effizienzsteigerungen: Die modernen Windkraftanlagen produzieren den ökologischen Strom heute deutlich effizienter als ihre Vorgänger vor 20 oder 30 Jahren. Damit steigt die nachhaltige Stromproduktion, während der Flächenverbrauch und die Kosten pro produzierter Megawattstunde sinken. Windenergieanlagen sind daher absolut zukunftstauglich.

Windenergie: Nachteile

  • Unzuverlässigkeit des Windstärke: Wind weht niemals gleichmäßig. Es kann zu viel und zu wenig davon geben, was die Stromproduktion durch eine Windenergieanlage nur schwer prognostizierbar macht. Diese Unzuverlässigkeit ist über alle Zeiträume (Stunden, Tage, Monate, Jahre) festzustellen. Windenergie eignet sich daher auch nicht als Grundlast für die Energieversorgung.
  • Kosten für die Stromspeicherung: Rein theoretisch lässt sich überschüssiger Windstrom speichern, rein praktisch geschieht das wegen der hohen Kosten nur in sehr begrenztem Umfang und nur bei kleineren Anlagen. Für wirklich große Offshore-Windparks mit Leistungen im Gigawattbereich kämen bestenfalls Pumpspeicherwerke für die Aufnahme der Leistungsspitzen infrage, doch diese sind wirklich teuer.
  • Standortsuche: Die Errichtung von Onshore-Windparks ist aus gutem Grund nur nach einem langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren möglich, weil der Standort nicht nur windtechnisch geeignet sein, sondern auch von Anwohnern akzeptiert werden muss. Windräder laufen immerhin nicht geräuschlos und beeinträchtigen das Landschaftsbild. Außerdem ist die Errichtung an windtechnisch vorteilhaften Standorten (auf den Bergen, vor der Küstenlinie) meistens recht teuer.
  • Artensterben um Umfeld der Windparks: Jährlich sterben in Deutschland rund 100.000 Vögel durch den Rotorschlag der Windräder. Es sind noch weitere Arten im Umfeld eines Windparks gefährdet, weil sie das Gebiet während der Bauphase verlassen und/oder später durch die Geräusche und den Schattenwurf der Windräder meiden.

Fazit

Windenergie ist keine vollkommen unproblematische Energiequelle. Die Vorteile überwiegen aber. Die Nachteile lassen sich organisatorisch und planerisch kompensieren.